AGORA – Place des Bassins: die Erfüllung eines Traums für den Architekten Shahram Agaajani
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Place des Bassins: die Erfüllung eines Traums für den Architekten Shahram Agaajani

Die Gestaltung der Place des Bassins auf den Überresten der ehemaligen Sinterbecken von Belval ist eine Herausforderung, die AGORA im Rahmen eines Wettbewerbs unter vier Architektenteams ausgeschrieben hat, aus dem das Team aus Metaform, Latz + Partner und dem Ingenieurbüro HLG als Sieger hervorging. Es galt, Neu und Alt zusammenzubringen, die Höhenunterschiede zu überwinden und verschiedene Nutzungsmöglichkeiten für die Öffentlichkeit zu finden, so der Architekt.

Die Gestaltung der Place des Bassins, eines neuen öffentlichen Platzes, auf den Überresten der ehemaligen Sinterbecken von Belval war für die Architekten von Metaform und Latz + Partner eine reizvolle Herausforderung. Neues und Altes zusammenzubringen, die Höhenunterschiede zu überwinden, verschiedene Nutzungsmöglichkeiten für die Öffentlichkeit zu finden: diese Aufgaben faszinierten den Architekten Shahram Agaajani, Mitgründer des Luxemburger Architekturbüros Metaform.

Schon lange hatte er über die Zukunft der ehemaligen Sinterbecken nachgedacht. Bereits vor 10 Jahren, als ihn ein anderes Projekt nach Belval führte, kam er Tag für Tag an diesen schwarzen Löchern vorbei, deren Tiefe von 16 Metern ihn auf angenehme Weise schwindlig machte und ihn von neuen architektonischen Formen träumen ließ. Damals wusste er noch nicht, dass AGORA 2017 eine Ausschreibung starten würde, die es ihm ermöglichen sollte, endlich eine seiner vielen Ideen weiterzuentwickeln.

„In Luxemburg kommt es nur sehr selten vor, dass man sich um die Gestaltung eines öffentlichen Platzes bewerben kann“, so Agaajani. „Es war unglaublich aufregend, sich einen solchen neuen Platz auszumalen, einen Raum, der nur für die Öffentlichkeit bestimmt ist, an einem Ort, den die Geschichte dafür gar nicht vorgesehen hat. Dieser Ort ist voller Bedeutung, kulturell, sozial, demokratisch und historisch. Nichts könnte mich mehr begeistern. Vor allem da die Wiederbelebung der ehemaligen Architektur auch eine ökologische Komponente hat, noch dazu in einem so dicht besiedelten Viertel, wie es das neue Belval heute ist.“

Reizvolle Vorgaben

Einer Architektur, die ursprünglich nicht dafür vorgesehen war, dass sich Menschen in ihr aufhalten, für die Menschen zugänglich zu machen, das war die größte Herausforderung, die sich aus der beeindruckenden Infrastruktur der Becken in ihrem Originalzustand ergab. „Wir haben es hier mit einer Tiefe von 16 Metern auf relativ begrenztem Raum zu tun“, erklärt der Architekt weiter. „Was sollten die Bewohner am Boden dieses Loches mitten in einem dicht besiedelten Stadtviertel schon tun? Welchen Sinn sollte man diesem Kellerloch ohne Dach geben? Wie sollte man diesen Raum zugänglich machen, der auf den ersten Blick alle Konventionen sprengt? All das waren Fragen, die uns nicht mehr losließen.“

Die zweite Herausforderung? Der industriellen Vergangenheit des Bauwerks gerecht werden und es gleichzeitig in seine urbane Zukunft führen. Es galt, Alt und Neu auf spielerische Weise miteinander zu verweben. Die Betonstruktur zu erhalten, aber eine Möglichkeit zu finden, das Ganze zu erweitern. Beide Becken miteinander und mit dem Vorplatz auf innovative Weise zu verbinden, aber ohne die Vergangenheit dabei ganz zu überschreiben.

Und die dritte Herausforderung? Die Nutzungsmöglichkeiten und Funktionen für das Quartier zu erweitern, um den Bedürfnissen der zahlreichen Bewohner gerecht zu werden, an einem Ort, der durch seine Tiefe beeindruckt und dessen Oberfläche gleichzeitig so bescheiden ist. „Um diesem Projekt Sinn zu verleihen, brauchte es noch eine andere Attraktion als die Becken selbst. Ein einfacher Museumsraum kam nicht in Betracht, da AGORA den Wunsch hatte, aus diesem Ort einen lebendigen Lebensmittelpunkt und das schlagende Herz des Quartiers zu machen.“

Eine Vision wird Realität

Am Zeichentisch spielten die Architekten von Metaform verschiedene Ideen durch. Ein Parkplatz? Zu wenig Emotion. Eine unterirdische Kunstgalerie? Kunstwerke im Untergeschoss auszustellen ist nur wenig sinnvoll, und zudem war kein besonderer historischer Bezug gegeben. „Als wir nach einer Idee suchten, die eine echte Interaktion zwischen der Vergangenheit des Ortes und der Gegenwart der Bewohner des Quartiers ergeben könnte, dachten wir an Wasser“, erzählt Shahram Agaajani. „Wasser hat eine unwiderstehliche Anziehungskraft und bringt die Menschen zusammen, es hat einen Bezug zur industriellen Geschichte der Becken und es mindert den Tiefeneindruck etwas. Es strahlt einfach Ruhe aus.“

Schnell kam die Idee auf, das tiefere Becken mit Wasser zu füllen, etwas später der Gedanke, dort auch noch ein Lounge-Restaurant mit Glasfront zu installieren. Das zweite, kleinere Becken schien perfekt geeignet als öffentlicher Platz, auf dessen Stufen man verweilen, Straßenkünstler beobachten und unter Freunden ein Schwätzchen halten kann. „Und all das sollte von einer Unendlichkeitsschleife eingefasst sein, auf der Jugendliche Skateboard fahren können, während die Eltern unten bei einem Gläschen zusammensitzen“, fügt der Architekt hinzu.

„Die Schleife soll ein wenig an einen konzentrischen Kreis erinnern. Sie rückt den Platz immer wieder in den Mittelpunkt. Sie lädt dazu ein, ihre Hänge zu erklimmen, um sich im Zentrum wieder zu 5begegnen. Und sie steht symbolisch für Kreislaufwirtschaft und permanente Wiederbelebung. Sie zeigt uns allen, dass man Dingen, die obsolet erscheinen, immer wieder einen neuen Sinn geben kann.“

Und der Beton? „Der bleibt nur teilweise erhalten, auf eine sehr minimalistische Weise, um viel Platz für Begrünung zu schaffen. So wie die Zeit auf Brachland eben wirkt, wenn die Natur sich ihren Raum zurückerobert. Das Büro Latz + Partner ist spezialisiert auf die Umgestaltung von Industrielandschaften. Gemeinsam wollten wir den Gedanken der Rückeroberung des Raums durch die Natur betonen, durch Anpflanzung diverser Bäume auf den unterschiedlichen Ebenen des Platzes. Auf diese Weise dient das Ganze auch noch als Begrünungsfläche.“

Das Ergebnis wird „einzigartig“, schwärmt Agaajani. „Eine postindustrielle Installation wie diese, die mitten im Herzen der Stadt als öffentlicher Platz dient, das ist ganz sicher einzigartig in Luxemburg und wohl auch europaweit etwas Besonderes“, fasst er zusammen.

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